Hallo! – und heute reden wir mal Klartext:
Was bist du als Freiberufler eigentlich wert?
Und noch viel wichtiger: Was solltest du wirklich pro Stunde verlangen, damit am Ende auch was übrig bleibt?
Denn ganz ehrlich: Viele von uns unterbieten sich selbst – aus Unsicherheit, aus Angst vor Kundenverlust oder weil man denkt „Ach, das ist doch eh schnell gemacht“.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dein Honorar systematisch und fair kalkulierst, was du alles einrechnen musst – und was du bei Preisverhandlungen beachten solltest.
❗ Warum „Was nehmen andere?“ die falsche Frage ist
Klar, du kannst mal schauen, was die Konkurrenz verlangt. Aber:
➡️ Deine Lebenshaltungskosten, dein Aufwand, deine Ziele sind individuell.
Was bei anderen funktioniert, kann bei dir zu einem Minus führen.
Die bessere Frage ist: Was brauchst du, um langfristig davon leben zu können – und zwar gesund und ohne Dauerstress?
📊 Die Basis: Deine Kosten + dein Wunschgehalt
Los geht’s mit einem Beispiel.
💶 1. Was brauchst du im Monat zum Leben?
Kategorie | Betrag (Beispiel) |
---|---|
Miete & Nebenkosten | 900 € |
Krankenversicherung | 400 € |
Essen & Haushalt | 300 € |
Rücklagen & Notgroschen | 300 € |
Altersvorsorge | 200 € |
Freizeit, Reisen etc. | 200 € |
Gesamt | 2.300 € netto |
Du willst 2.300 € netto haben – realistisch, oder?
💼 2. Deine Geschäftskosten (monatlich)
Kategorie | Betrag (Beispiel) |
---|---|
Software & Tools | 60 € |
Versicherungen | 80 € |
Werbung / Website | 100 € |
Fortbildung / Coaching | 50 € |
Büro / Coworking / Strom | 100 € |
Steuerberatung | 80 € |
Gesamt | 470 € |
📈 3. Deine Ziel-Einnahmen
Privatbedarf (2.300 €) + Geschäftsausgaben (470 €) =
➡️ 2.770 € pro Monat
Jetzt brauchst du noch Puffer für:
- Steuern (~30 %)
- Urlaub & Krankheit
- Unbezahlte Zeiten (Akquise, Verwaltung etc.)
Bruttoumsatz-Ziel: ca. 4.500–5.000 € pro Monat
🕒 Wie viele Stunden kannst du wirklich abrechnen?
Du arbeitest 40 Stunden pro Woche? Klingt gut – aber:
- Akquise
- Angebote schreiben
- Buchhaltung
- Weiterbildung
- Kundenpflege
➡️ All das ist nicht direkt abrechenbar!
🔢 Realistisch bleiben etwa 50–60 % deiner Zeit „fakturierbar“.
Also z. B. 80 Stunden pro Monat.
💰 Der Rechenweg zu deinem Stundensatz
5.000 € Zielumsatz : 80 Stunden = 62,50 € pro Stunde
Das ist dein Mindest-Stundensatz, damit du solide davon leben kannst.
Du willst noch Rücklagen bilden oder investieren? Dann musst du höher gehen.
➡️ Realistisch kalkulierter Stundensatz: 70–90 €
💬 Was ist mit Tagessätzen?
Wenn du Tagessätze anbieten willst:
Stundensatz × 8 Stunden = Tagessatz
➡️ z. B. 75 € × 8 = 600 € pro Tag
Viele Freiberufler kalkulieren auch mit 6,5 Stunden fakturierbarer Zeit pro Tag – gerade bei Workshops oder Beratung.
❗ Typische Fehler bei der Honorar-Kalkulation
❌ Nur „Bauchgefühl“ statt realer Zahlen
❌ Fixkosten vergessen (z. B. Versicherungen, Software)
❌ Nur produktive Stunden eingerechnet
❌ Umsatz mit Gewinn verwechselt
❌ Angst, „zu teuer“ zu sein
💡 Du bist nicht zu teuer – du bist unterbezahlt, wenn du nicht richtig rechnest.
💬 Was tun, wenn Kunden deinen Preis zu hoch finden?
- Wert klar kommunizieren: Nicht „ich koste 80 €/h“, sondern „Sie bekommen XYZ, professionell & termintreu“.
- Leistungspakete anbieten: z. B. statt 3 Stunden Beratung → 1 Strategiepaket für 350 €
- Flexibilität zeigen – ohne dich zu verbiegen:
→ „Ich kann die Leistung anpassen, aber der Preis ergibt sich aus dem Aufwand.“
💡 Preisgespräche sind Verhandlungen, keine Prüfungen. Bleib souverän.
🙋♂️ Meine eigene Preisreise
Am Anfang hab ich 35 € die Stunde genommen. Weil ich dachte: „Mehr zahlt doch niemand.“
Falsch gedacht. Ich war dauerüberarbeitet, gestresst – und am Ende hat’s trotzdem nicht gereicht.
Heute liege ich bei 85–100 €, je nach Projekt. Und weiß:
✅ Ich arbeite weniger
✅ Ich verdiene mehr
✅ Ich kann Kunden besser auswählen
✅ Dein Preis ist nicht „zufällig“ – er ist das Fundament deines Business
Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du fair kalkulierst. Im Gegenteil:
Du schützt dich vor Selbstausbeutung – und lieferst deinen Kunden nachhaltige Qualität.
💬 Was ist dein aktueller Stundensatz? Reicht der wirklich? Oder fühlst du dich unter Wert verkauft? Schreib’s in die Kommentare – oder frag mich, wenn du deine Zahlen mal durchgehen willst.