Ich bin’s wieder, Alex – heute mit einem Steuerthema, das erst mal etwas trocken klingt, aber richtig mächtig ist, wenn man’s einmal versteht: der Investitionsabzugsbetrag, kurz IAB.
Ich geb’s zu: Ich hab den Begriff das erste Mal von meinem Steuerberater gehört – und ihn sofort wieder vergessen. Ein Fehler! Denn mit dem IAB kannst du als Freiberufler deine Steuerlast senken, Liquidität aufbauen und dabei ganz legal dem Finanzamt ein Schnippchen schlagen.
In diesem Artikel zeig ich dir, was der IAB ist, wie du ihn nutzt und wann er sich lohnt.
Was ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB)?
Der IAB ist ein Steuerspar-Modell für kleine Unternehmen und Freiberufler – geregelt in § 7g EStG.
💡 Kurz gesagt:
Du kannst bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts (z. B. Laptop, Kamera, Büroausstattung, Auto etc.) bereits in dem Jahr steuerlich absetzen, bevor du es überhaupt gekauft hast.
Das heißt:
➡️ Steuer sparen heute – zahlen erst morgen.
Was kannst du damit erreichen?
- ✅ Deine Steuerlast sofort senken
- ✅ Liquidität aufbauen, z. B. für eine spätere Investition
- ✅ Gezielt Gewinn verschieben, um z. B. Nachzahlungen zu vermeiden
- ✅ Investitionen vorbereiten, ohne direkt kaufen zu müssen
Was sind die Voraussetzungen für den IAB?
Damit du den IAB nutzen kannst, müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein:
🔹 Du bist Freiberufler oder Selbstständiger mit Einnahmen aus §18 oder §15 EStG
🔹 Dein Betriebsvermögen darf 235.000 € nicht übersteigen
🔹 Du musst die Investition innerhalb von 3 Jahren tätigen
🔹 Das Wirtschaftsgut muss mindestens zu 90 % betrieblich genutzt werden
Beispiel: So funktioniert der IAB in der Praxis
Du planst im nächsten Jahr ein neues Business-Notebook zu kaufen, Kostenpunkt: 2.000 €.
Mit dem IAB kannst du:
➡️ 1.000 € (50 %) schon dieses Jahr steuerlich absetzen – obwohl du das Gerät noch gar nicht gekauft hast!
💡 Das senkt deinen Gewinn um 1.000 € – und spart dir je nach Steuersatz mehrere Hundert Euro.
Welche Anschaffungen sind IAB-fähig?
Fast alles, was du betrieblich nutzt und abschreiben würdest – z. B.:
🖥️ Laptop, Tablet, Smartphone
📷 Kamera, Mikrofon, Licht
🚗 Auto, Transporter, Fahrrad (wenn geschäftlich)
🪑 Büromöbel, Schreibtisch, Stuhl
📦 Maschinen, Werkzeug
💡 Wichtig: Mietausgaben oder laufende Kosten (z. B. Software-Abos) zählen nicht – nur anschaffbare Wirtschaftsgüter.
Wie beantragt man den IAB?
➡️ Du machst den Investitionsabzugsbetrag in deiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder Bilanz geltend.
➡️ In der Steuererklärung musst du angeben, dass du eine bestimmte Investition innerhalb der nächsten 3 Jahre planst.
💡 Tipp: Du musst noch nicht genau wissen, welches Modell du kaufst – nur Art und ungefähre Höhe der Anschaffung.
Was passiert, wenn du doch nicht investierst?
Wenn du nach 3 Jahren keine Investition tätigst, musst du den IAB rückwirkend wieder auflösen – inkl. Zinsen.
Aber:
Das ist nicht verboten oder „böse“, es wird nur nachversteuert. Du hast dir dann quasi ein steuerliches Zahlungsziel verschafft.
Kombination mit Finanzierung möglich?
Ja!
Du kannst z. B. den IAB geltend machen – und im Folgejahr das Wirtschaftsgut per Kredit oder Leasing finanzieren.
Das bedeutet:
➡️ Du sparst jetzt Steuern
➡️ Und zahlst das Gerät später in Raten
Win-win!
Meine Erfahrung mit dem IAB
Ich hab 2022 den IAB für eine neue Kamera + Mikrofonanlage genutzt.
Ich wusste, dass ich sie im nächsten Jahr brauche – aber damals war’s finanziell eng.
Was hab ich gemacht?
✅ IAB über 1.500 € geltend gemacht
✅ Steuern gespart
✅ Im Folgejahr die Technik gekauft – mit einem kleinen Mikrokredit
Ergebnis: Steuerlast gesenkt, Technik gekauft, Cashflow nicht überstrapaziert. So muss das!
Fazit: Der IAB ist dein Steuerspar-Booster – wenn du ihn richtig einsetzt
Viele Freiberufler verschenken jedes Jahr bares Geld, weil sie den IAB nicht nutzen. Dabei ist es eine legale, clevere und einfache Möglichkeit, Investitionen zu planen und gleichzeitig steuerlich zu profitieren.
💬 Hast du den IAB schon mal genutzt? Oder planst du eine größere Investition? Schreib’s in die Kommentare – ich helfe dir gern mit Tipps weiter.
Bis bald – und denk dran: Wer Steuern versteht, hat mehr vom Geld.