Nebenberuflich selbstständig: Was du beachten musst, wenn du im Hauptjob angestellt bist

Ich bin’s, Alex – und heute geht’s um alle, die ihre Selbstständigkeit nicht sofort mit 100 % Risiko starten, sondern neben dem Hauptberuf loslegen wollen.
Und das ist absolut sinnvoll! Du kannst erste Erfahrungen sammeln, deine Idee testen, Kunden gewinnen – ohne gleich die Sicherheit deines festen Jobs aufzugeben.
Aber: Auch bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit gibt’s ein paar wichtige Dinge zu beachten, damit du keine bösen Überraschungen mit dem Arbeitgeber, dem Finanzamt oder der Krankenversicherung bekommst.


Was heißt eigentlich „nebenberuflich selbstständig“?

👉 Du arbeitest hauptberuflich angestellt (z. B. 30, 35 oder 40 Stunden pro Woche)
👉 Und betreibst daneben eine eigene gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit
👉 Wichtig: Die Hauptquelle deines Einkommens ist nach wie vor dein Angestelltenverhältnis

💡 Sobald die Selbstständigkeit mehr Zeit oder Einkommen verschlingt als der Job, bist du hauptberuflich selbstständig – und dann gelten andere Regeln.


🧑‍💼 Darf ich mich überhaupt nebenbei selbstständig machen?

🔹 Gesetzlich: Ja – in der Regel ist das erlaubt.

Du brauchst keine Erlaubnis vom Arbeitgeber – es sei denn:

– Es steht explizit anders im Arbeitsvertrag
– Du arbeitest für direkte Konkurrenten
– Du vernachlässigst deine Haupttätigkeit
– Du machst dich in der Arbeitszeit selbstständig (bitte nicht!)

💡 Tipp: Offen kommunizieren schadet nie – vor allem, wenn du auf gute Stimmung im Team angewiesen bist.


📋 Was muss ich anmelden?

1. Beim Finanzamt

Sobald du Einnahmen erzielst, musst du deine Selbstständigkeit beim Finanzamt anmelden (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung).

🔹 Du bekommst eine Steuernummer
🔹 Musst entscheiden: Kleinunternehmerregelung oder mit Umsatzsteuer?
🔹 Gilt für Freiberufler und Gewerbetreibende

💡 Das geht mittlerweile auch online (z. B. via ELSTER oder ELFE)


2. Gewerbeanmeldung (nur für Gewerbetreibende)

Wenn du kein Freiberufler bist (z. B. Designer, Texter, Coach etc.), musst du zusätzlich ein Gewerbe beim Ordnungsamt anmelden.
💰 Kostet ca. 20–40 €

🔎 Ob du Freiberufler oder Gewerbetreibender bist? Frag dein Finanzamt oder schau in §18 EStG rein.


💵 Wie läuft das mit der Steuer?

Du machst eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) und gibst deine Gewinne in der jährlichen Einkommensteuererklärung an.

💡 Wichtig:
– Du kannst Verluste mit dem Einkommen aus dem Hauptjob verrechnen
– Ab einem gewissen Gewinn musst du Vorauszahlungen leisten

Und ganz wichtig: Privat und geschäftlich sauber trennen – eigenes Konto, eigene Belege, eigene Rechnungsnummern!


🏥 Was ist mit der Krankenversicherung?

Wenn du gesetzlich versichert bist und
✔️ deine Selbstständigkeit nur nebenberuflich ausübst
✔️ du weniger als 20 Stunden pro Woche dafür brauchst
✔️ und dein Einkommen daraus unter 520 € oder moderat darüber liegt

…dann bleibst du ganz normal über deinen Arbeitgeber versichert – ohne zusätzliche Beiträge.

📌 ABER: Sobald du
– mehr verdienst
– regelmäßig deutlich über 520 € kommst
– oder viel Zeit in deine Selbstständigkeit steckst

…kann dich die Krankenkasse als hauptberuflich selbstständig einstufendann wird’s teurer.

💡 Tipp: Lass dir am besten eine schriftliche Einschätzung deiner Krankenkasse geben, bevor du durchstartest.


💬 Was ist mit der Rentenversicherungspflicht?

Viele denken: „Als Freiberufler zahle ich nichts in die Rente.“
Das ist nicht ganz richtig.

👉 Nur bestimmte Tätigkeiten (z. B. Lehrer, Erzieher, Pflegekräfte, Künstler) sind pflichtversichert – auch nebenberuflich!

💡 Wenn du unsicher bist: Die Deutsche Rentenversicherung gibt Auskunft – und prüft auch manchmal von sich aus.


💼 Darf ich Werbung machen? Eine Website haben? Rechnungen schreiben?

Ja, klar!
Du darfst alles, was ein normaler Selbstständiger auch darf – solange es deine Haupttätigkeit nicht beeinträchtigt und rechtlich sauber läuft.

📌 Also: Impressum, Datenschutzerklärung, richtige Rechnungsstellung, ggf. Umsatzsteuer – das volle Programm.


💡 Mein persönlicher Tipp: Fang klein an – aber strukturiert

Ich hab auch neben dem Job angefangen – mit kleinen Aufträgen, einem simplen Angebot, und ganz viel Lernkurve.
Was mir geholfen hat:

Eigenes Geschäftskonto (z. B. N26, Kontist)
Von Anfang an ordentliche Buchhaltung (z. B. mit Lexoffice)
Jede Ausgabe notiert – auch der 3 € Canva-Account!

Und vor allem: Ich hatte das Ziel, langfristig zu wachsen – ohne Stress.


✅ Nebenberuflich starten = Sicherheit + Freiheit

Du kannst deine Idee testen, dir ein zweites Standbein aufbauen – und irgendwann vielleicht ganz den Absprung schaffen.
Wichtig ist nur: Mach’s sauber, melde alles korrekt an – und behalte die Übersicht.

💬 Planst du gerade den Start in die nebenberufliche Selbstständigkeit? Oder steckst schon mittendrin? Schreib’s mir in die Kommentare – ich teile gern meine Erfahrungen oder rechne mit dir durch!