Hallo zusammen! Ich bin’s, Alex. Heute mal ein Thema, das weniger sexy ist als Kredite oder Businessideen – aber extrem wichtig, wenn du als Freiberufler dauerhaft überleben willst: Steuern. Genauer gesagt: Einkommensteuer, Umsatzsteuer und die lieben Vorauszahlungen.
Ich habe selbst schon den Fehler gemacht, mich in den ersten Jahren nicht rechtzeitig darum zu kümmern – und durfte dann gleich mal mehrere Tausend Euro nachzahlen. 😅 Das war… sagen wir: lehrreich.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Steuern du als Freiberufler zahlen musst, wie du die Vorauszahlungen planst und wie du am Ende nicht in eine Schuldenfalle tappst.
Welche Steuern musst du als Freiberufler zahlen?
Als Freiberufler hast du in der Regel mit diesen drei Steuerarten zu tun:
1. ✅ Einkommensteuer
Du zahlst sie auf deinen Gewinn, also: Einnahmen – Ausgaben = Gewinn.
💡 Tipp: Nutze eine Steuersoftware wie Kontist, Lexoffice oder WISO, um immer zu sehen, wie viel du ungefähr zurücklegen solltest.
2. ✅ Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)
Du musst 19 % (bzw. 7 % bei bestimmten Tätigkeiten) auf deine Leistungen berechnen und ans Finanzamt abführen – es sei denn, du bist Kleinunternehmer.
💡 Tipp: Die Umsatzsteuer gehört nicht dir – leg sie direkt zur Seite, sonst sieht dein Konto besser aus, als es ist.
3. ✅ Solidaritätszuschlag & ggf. Kirchensteuer
Klein, aber lästig – wird automatisch mit der Einkommensteuer fällig.
Was sind Vorauszahlungen – und warum sind sie tückisch?
Das Finanzamt will nicht erst am Jahresende dein Geld. Wenn du mehr als ca. 400 € Einkommensteuer pro Jahr zahlst, setzen sie sogenannte Vorauszahlungen fest.
➡️ Du zahlst dann vierteljährlich (März, Juni, September, Dezember) einen festen Betrag – basierend auf deinem letzten Steuerbescheid.
➡️ Verdient du mehr, musst du im Folgejahr ordentlich nachzahlen.
➡️ Verdienst du weniger, kannst du eine Anpassung beantragen.
💡 Gefährlich: Wenn du gerade im ersten oder zweiten Jahr bist, kommen Nachzahlung und Vorauszahlung gleichzeitig. Und das tut weh.
Beispiel: So schnell wird’s teuer
Du hattest ein gutes Jahr und verdienst z. B. 35.000 € Gewinn.
Das Finanzamt sagt:
- „Okay, bitte 6.000 € Einkommensteuer für das letzte Jahr.“
- „Und weil es ja so gut lief: 1.500 € vierteljährlich für das aktuelle Jahr.“
Macht:
➡️ 6.000 € Nachzahlung + 6.000 € Vorauszahlung = 12.000 € auf einmal.
Wenn du dafür keine Rücklagen gebildet hast… gute Nacht.
Wie du dich vor Steuerüberraschungen schützt
✅ 1. Rücklagenkonto für Steuern einrichten
Am besten sofort bei Geldeingang:
💸 30–35 % vom Gewinn direkt auf ein separates Steuerkonto legen.
💡 Tipp: Ich nutze ein Unterkonto mit Namen „Finger weg“. Hat schon oft mein Leben gerettet.
✅ 2. Umsatzsteuer nicht mit dem Gewinn verwechseln
Die 19 %, die du in deinen Rechnungen ausweist, gehören dem Staat, nicht dir.
💡 Trick: Nutze Tools wie Kontist, die Umsatzsteuer automatisch beiseitelegen.
✅ 3. Vorauszahlungen prüfen lassen
Haben sich deine Einnahmen verändert? Dann kannst du beim Finanzamt einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen stellen.
🔁 Besser früher als zu spät! Sonst zahlst du zu viel – oder bekommst eine saftige Nachforderung.
✅ 4. Jahresüberschuss nicht gleich ausgeben
Gerade im ersten Jahr wirkt der Kontostand oft toll – aber das liegt meist daran, dass du noch keine Steuern gezahlt hast.
💡 Tipp: Plane das ganze Jahr konservativ. Wenn am Ende Geld übrig bleibt: Jackpot!
Was tun, wenn das Geld knapp wird?
Trotz aller Vorsicht kann’s passieren: Das Finanzamt will Geld, aber dein Konto ist leer. Was dann?
💬 1. Ratenzahlung beantragen
Das Finanzamt ist oft verhandlungsbereit – wenn du frühzeitig kommunizierst und glaubwürdig einen Zahlungsplan vorschlägst.
💳 2. Kurzfristiger Kredit zur Steuerzahlung
Manche Banken bieten spezielle „Steuerkredite“ – vor allem für Selbstständige.
🔎 Wo? DKB, ING, auxmoney, Smava
💡 Aber Achtung: Nur machen, wenn du sicher bist, dass du die Raten auch bedienen kannst.
Meine eigene Steuer-Story (peinlich, aber ehrlich)
In meinem zweiten Jahr als Freiberufler hab ich die Steuer komplett unterschätzt. Ich dachte: „Wird schon irgendwie passen.“
Dann kam der Bescheid: 4.800 € Nachzahlung + 1.200 € Vorauszahlung.
Ich hatte… 900 € auf dem Konto.
Was hab ich gemacht?
✅ Ratenzahlung beantragt
✅ Einnahmen gesteigert
✅ Steuerkonto eingeführt
Seitdem passiert mir das nicht mehr.
Fazit: Steuern sind keine Überraschung – wenn du sie einplanst
Steuern gehören zur Selbstständigkeit. Punkt.
Aber du kannst sie in den Griff bekommen, wenn du:
- 📊 regelmäßig Rücklagen bildest
- 🧾 deine Einnahmen im Blick behältst
- 🗓️ dich auf Vorauszahlungen vorbereitest
- 🧠 rechtzeitig reagierst
💬 Wie gehst du mit Steuervorauszahlungen um? Hast du Tricks, wie du Rücklagen clever bildest? Lass es mich in den Kommentaren wissen!
Bis zum nächsten Mal – mit weniger Stress und mehr Plan.
Dein Alex
Wenn du willst, kann ich als nächstes über Kredite zur Überbrückung von Steuerzahlungen, Investitionsabzugsbeträge oder Finanzamt vs. Liquidität schreiben. Sag einfach Bescheid!